Trust Level statt Bauchgefühl – Resilienz, Robotik & die Zukunft des FM (#150)

Resilienz ist in aller Munde, doch jeder versteht etwas anderes darunter. In der Jubiläumsfolge #150 erklärt Robert „ORO“ Oettl, wie SESAAM mit sieben Trust Levels einen gemeinsamen Maßstab für Eigentümer und Nutzer schafft, welche Rolle Robotik in der Sicherheitsarchitektur spielt und warum das Facility Management an Wertschöpfung gewinnen wird.

Resilienz ist ein Begriff, den viele nutzen, unter dem aber jeder etwas anderes versteht. Mit SESAAM hat Robert Oettl einen Standard mitentwickelt, der als Übersetzer zwischen Immobilienwirtschaft und Nutzern dient: Statt Gold, Silber oder Platin ordnen sieben Trust Levels zunächst den Schutzbedarf einer Nutzung ein. Erst danach wird bewertet, zu welchem Grad ein Gebäude diese Anforderungen baulich, technisch und organisatorisch erfüllt – und wo die Lücken liegen.

Relevant ist das nicht nur für KRITIS-Betreiber. Neue Mietergruppen wie Drohnen-Start-ups oder Logistiknutzer mit Kunden aus der zivil-militärischen Zusammenarbeit bringen eigene Schutzbedürfnisse mit, und finanzierende Banken fragen nach der Zukunftsfähigkeit von Objekten. Wer die Anforderungen nicht erfüllt, kann bestimmte Nutzergruppen gar nicht mehr ansprechen – ob sich daraus eine messbare Resilienzprämie bei der Miete ergibt, ist laut ORO allerdings noch nicht belegt.

Auch bei der Robotik sieht ORO, der selbst Robotik studiert hat, jetzt den Durchbruch – etwa bei Bestreifung und Reinigung. Roboter werden aber erst dann Teil der Sicherheitsarchitektur, wenn ein Organisationskonzept Meldeketten, Reaktionszeiten und Dokumentation regelt und Cyber-Resilienz mitgedacht wird. Für das Facility Management liegt darin eine große Chance: Es kann an Gewicht und Wertschöpfung gewinnen, wenn es Personal hat, das Menschen und Maschinen orchestriert.

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