Gemeinsam statt eingekauft: Patrick Jauch von CWS Hygiene Deutschland darüber, warum Nachhaltigkeit Partnerschaft braucht

Der Waschraum ist der erste private Rückzugsraum für Gebäudenutzer – und entscheidet oft in Sekunden über das Urteil zur gesamten Facility-Management-Qualität. In dieser Folge von Inno_FM diskutieren Prof. Christian Schlicht und Patrick Jauch, wie aus klassischen Produktkäufen nachhaltige, zirkuläre Servicemodelle entstehen. Durch intelligente IoT-Sensorik und gelebte Partnerschaften lassen sich Reinigungsabläufe bedarfsgerecht steuern und Ressourcen gezielt schonen.

Der Waschraum als kritischer „Moment of Truth“

Der Waschraum gilt im Gebäudebetrieb als echter „Moment of Truth“: Fehlendes Papier oder mangelnde Hygiene beeinträchtigen das Wohlbefinden der Nutzer sofort und färben negativ auf die Reputation der gesamten Immobilie ab. Im Gespräch mit Prof. Christian Schlicht betont Patrick Jauch (Director Trade & FM bei CWS Hygiene Deutschland), dass die Wahrnehmung der FM-Qualität meist an genau diesen privaten Rückzugsorten entschieden wird. Eine hohe Servicequalität schafft hier aktives Vertrauen, während Mängel schlagartig zur Enttäuschung führen.

Zirkularität statt bloßem Produktkauf

Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, reicht der reine Einkauf von Hygieneprodukten längst nicht mehr aus. Echte Zirkularität im Facility Management erfordert den Übergang vom Produktkauf hin zu ganzheitlichen Servicemodellen. Dabei geht es um weit mehr als bloße Rezyklat-Materialien: Langlebiges Produktdesign, die gezielte Reparatur sowie die Aufbereitung von Stoffhandtuchrollen für ein „Second Life“ stehen an erster Stelle, bevor ein Produkt überhaupt dem Recycling zugeführt wird.

„Man kann mit einem schlechten Waschraum sehr viel Vertrauen verlieren. Er ist eine Visitenkarte des Gebäudes. Aber man kann auch mit Qualität, guter Ausstattung, Innovation da wirklich punkten.“ 

— Patrick Jauch

Smart Cleaning dank transparenter IoT-Daten

Ein entscheidender Treiber für nachhaltige Effizienz im modernen Gebäudebetrieb ist die Digitalisierung. Mithilfe intelligenter IoT-Sensorik an den Spendern lassen sich Füllstände, Batteriestatus und Nutzerfrequenzen in Echtzeit erfassen. Das ermöglicht Reinigungsteams den Wechsel von starren Intervallen hin zu einer bedarfsgerechten Steuerung. Unnötige Kontrollgänge werden vermieden, Leerstände verhindert und im Alltag wertvolle Arbeitszeit eingespart.

Gelebte Partnerschaften als Schlüssel zum Erfolg

Damit diese Potenziale in der Praxis voll zur Wirkung kommen, braucht es ein neues Verständnis von Kooperation. Spezialanbieter und FM-Dienstleister müssen auf Augenhöhe zusammenarbeiten und gemeinsame Standards definieren. Wenn der FM-Partner ausgelagerte Hygiene-Services nicht als lästige Pflicht, sondern als aktiven Teil der eigenen Wertschöpfung begreift, entsteht ein messbarer Mehrwert für den Endkunden und die Umwelt

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